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PriMus

 
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Ingo



Anmeldedatum: 16.04.2005
Beiträge: 1245
Wohnort: Berlin

BeitragVerfasst am: Mi Sep 19, 2012 3:12 pm    Titel: PriMus Antworten mit Zitat

Hat jemand von Euch Erfahrung mit PriMus? Wie schnell kann ein Finale- und Sibeliusnutzer (Crossgrade 169 €) dieses Programm erlernen? Was sind die eklatanten Schwächen und Stärken? Bin für jeden knappen Erfahrungsbericht dankbar.
_________________
Man kann nicht mit jedem Lied jeden ansprechen:
Der eine find’t’s gut, der andre muß brechen.
Ulrich Roski

Finale 25.4.1+Sibelius 8.7.2+Dorico 1.1.10
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ohnesorg



Anmeldedatum: 10.02.2006
Beiträge: 159

BeitragVerfasst am: Mi Sep 19, 2012 7:53 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Ingo,

ich arbeite seit drei oder vier Jahren neben Finale mit PriMus, allerdings nicht im professionellen Notensetzerbereich.

PriMus ist intuitiv erlernbar. Bereits die mitgelieferte Willkommen-Datei vermittelt die für elementare Eingabe notwendigen Kenntnisse. Ein gedrucktes, umfangreiches und gut verständliches Handbuch wird mitgeliefert. Stärken hat das Programm in der unkomplizierten Verfügbarkeit von Layoutfunktionen. Es bietet für die meisten Situationen die notwendigen Werkzeuge an. Allerdings ist die Bedienung sehr mausorientiert. Genaues Eingeben von Werten per Dialogbox ist bislang nicht verfügbar. Auch die Eingabe von Noten über die Computertastatur ist nicht möglich. VST-Einbindung gibt es bislang noch nicht, ebensowenig verknüpfte Stimmauszüge und Einbindung verschiedener Notenfonts. Soweit ich weiß, sind diese Dinge z.T. für die Version 2.0 vorgesehen, die in einigen Monaten (?) herauskommen soll. Der Programm-Support ist übrigens schnell und kompetent.

Meine persönliche Einschätzung: Man kann mit Finale letztlich das schönere Layout erzielen, allerdings mit sehr viel mehr Zeitaufwand als mit PriMus.

Weitere Informationen findest Du evtl. in folgendem Forum:
http://notensatz.forumprofi.de/index.php

Viele Grüße,

ohnesorg
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Ingo



Anmeldedatum: 16.04.2005
Beiträge: 1245
Wohnort: Berlin

BeitragVerfasst am: Do Sep 20, 2012 6:06 am    Titel: Danke! Antworten mit Zitat

Hallo ohnesorg,
vielen Dank für Deine Auskunft. Mich stört schon bei Finale, daß man so viel mit der Maus arbeiten muß. Wenn man bei PriMus nicht mal die Tastatur benutzen kann, geht's mit Keyboard sicher schon gar nicht; Akkorde einzugeben ist dann sehr umständlich. Sehe es auch nicht wirklich als Alternative zu Finale oder Sibelius an, aber manche Verlage arbeiten damit. Für einfache Stücke scheint's aber ganz brauchbar und die Funktionsweise schnell zu erfassen. Wenn's auf Geschwindigkeit ankommt, ist Sibelius wohl die erste Wahl.
Habe die Demo-Version von PriMus installiert, wundere mich aber, daß ich keine neuen Zeichensätze auf meinem System gefunden habe. Weißt Du, wie die heißen?
Viele Grüße von Ingo

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ohnesorg



Anmeldedatum: 10.02.2006
Beiträge: 159

BeitragVerfasst am: Do Sep 20, 2012 10:44 am    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Ingo,

doch, die Eingabe per Keyboard ist bei PriMus möglich. Die Fonts heißen "PriMus" und "PriMus A". Was bei PriMus einfach gut gelöst ist, ist übrigens die Sache mit den unabhängigen Musikstücken.

Viele Grüße,

ohnesorg
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Ingo



Anmeldedatum: 16.04.2005
Beiträge: 1245
Wohnort: Berlin

BeitragVerfasst am: Do Sep 20, 2012 1:58 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo ohnesorg,
ähnliche Schriftnamen hatte ich vermutet, aber nicht gefunden. Wahrscheinlich werden mit der Demoversion keine Schriften installiert.
Vielen Dank nochmals.

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Ulrich Roski

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Heiko Kulenkampff



Anmeldedatum: 06.06.2009
Beiträge: 558
Wohnort: Berlin

BeitragVerfasst am: Do Sep 20, 2012 7:19 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Was sind das, unabhängige Musikstücke?
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ohnesorg



Anmeldedatum: 10.02.2006
Beiträge: 159

BeitragVerfasst am: Fr Sep 21, 2012 10:42 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Heiko!

PriMus-Dokumente bestehen aus einer Folge "unabhängiger" Stücke. Dies können z.B. mehrere Sätze einer Sonate sein. In jedem Stück sind die Parameter des Notensatzes unabhängig definierbar. Man kann also z.B. im ersten Satz etwas ändern, ohne daß sich der zweite Satz in irgendeiner Weise verändert. Taktzahlenabschnitte oder dergleichen sind nicht notwendig. Man kann so z.B. auch zwei Stücke nebeneinander setzen oder Ossia-Takte darstellen. Ähnlich sind auch Textabschnitte in die Dokumentenstruktur eingebunden. Allerdings ist es bislang nicht möglich, Texte einzufügen, die über das Seitenende hinausreichen.

PriMus bewirbt auf der Homepage "http://www.columbussoft.de/" die Zielgruppe "Kirchenmusiker/Pfarrer" u.a. mit den Möglichkeiten zur Gestaltung von Liedblättern für Gottesdienste. Meines Erachtens mit Recht! Im Bereich des "traditionellen" Notensatzes ist PriMus wohl eine interessante Alternative zu Finale und Sibelius, vor allem auch für Einsteiger weit einfacher zu bedienen. Inwieweit das Programm auch für extravagante Aufgaben geeignet ist, muß wohl jeder für sich ausprobieren. Ich kann es aus meiner persönlichen Erfahrung heraus durchaus empfehlen.

Viele Grüße,

ohnesorg
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WahrSchau



Anmeldedatum: 12.10.2012
Beiträge: 8

BeitragVerfasst am: Fr Okt 12, 2012 2:18 pm    Titel: Re: PriMus Antworten mit Zitat

Hallo zunächst, habe mich extra neu hier angemeldet für das Posting. Smile
Ein paar Sätze zu mir erstmal: Ich habe 2008 angefangen, regelmäßiger Noten am Computer zu setzen, vorher nur sehr gelegentlich bzw. mit der Hand.
Notensatztechnisch anspruchsvolle Dinge habe ich bisher nur in PriMus gemacht... Zunächst, weil mir damals die Zeit zum Einarbeiten in Finale gefehlt hat, mittlerweile auch, weil mir Finale zum Teil zu indirekt arbeitet. Für kleinere Dinge, die ich schnell mit der Computer-Tastatur eingeben will oder wenn es mir auf besseren Wiedergabe-Klang ankommt, arbeite ich aber manchmal je nachdem auch gerne mit Finale oder anderen Konkurrenzprogrammen.

Normalerweise installiert sich der Notenfont soweit ich weiß bei PriMus automatisch mit? Vll beschreibst du nochmal, was du gemacht hast oder installierst PriMus einfach nochmal neu...
Ingo hat Folgendes geschrieben:
Wie schnell kann ein Finale- und Sibeliusnutzer dieses Programm erlernen?

PriMus ist recht vielschichtig. Grundlegend damit Umgehen kannst du recht schnell, so nach 15 Minuten, wenn du das Wilkommensdokument durchgearbeiten hast. Vieles kann man sich auch durch lerning-by-doing erarbeiten, in dem man hinklickt und ausprobiert.
Aber auch ich lerne nach über fünf Jahren immer wieder Neues, das ich vorher nicht wusste bzw. nie gebraucht habe. Pauschal beantworten kann man deine Frage daher nicht. Sorry. Smile
Ingo hat Folgendes geschrieben:
Crossgrade 169 €

Ich würde dir raten, wenn überhaupt dann PriMus Publisher zu kaufen (also dann 219 € als Crossgrade), weil nur diese Version Mehrstückfähigkeit und entsprechende DTP-Funktionen hat und daher gegenüber Finale den größten Mehrwert bietet.
Ingo hat Folgendes geschrieben:
Bin für jeden knappen Erfahrungsbericht dankbar.

Kurz halten ist da gar nicht so einfach... Habe angefangen und es wurde immer mehr und mehr... Wink

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Zuletzt bearbeitet von WahrSchau am Fr Okt 12, 2012 3:12 pm, insgesamt einmal bearbeitet
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Ingo



Anmeldedatum: 16.04.2005
Beiträge: 1245
Wohnort: Berlin

BeitragVerfasst am: Fr Okt 12, 2012 2:56 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Vielen Dank, WahrSchau, damit kann ich mir jetzt ganz gut ein Urteil bilden.
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WahrSchau



Anmeldedatum: 12.10.2012
Beiträge: 8

BeitragVerfasst am: Fr Okt 12, 2012 3:08 pm    Titel: Bewertung von PriMus meiner Erfahrung nach... Antworten mit Zitat

Ingo hat Folgendes geschrieben:
Was sind die eklatanten Schwächen und Stärken?

so... hier noch als gesonderter Post meine etwas lang gewordene persönliche Bewertung.

Stärken:
    Nur wenige Modi erforderlich, kein Werkzeugorientierter Arbeitsfluss, dadurch sind Tätigkeiten recht direkt ausführbar.
    Sehr effektives Arbeiten mit der Maus möglich (ein Großteil der Arbeiten können an Ort und Stelle ausgeführt werden).
    In sich schlüssige und konsistente Bedienung (die jedoch zum Teil etwas von anderen Programmen abweicht und deshalb erlernt werden will).
    Mehrstückfähigkeit (Arbeitsblätter, Instrumentalschulen, Mehrsätzige Werke durch jeweils unabhängige Notenzeileneinheiten).
    für den Notensatz typografisch einzigartige Möglichkeiten (Textabsätze, Texttypen inhaltsbezogen frei definierbar, Automatischer Zeilenumbruch... ).
    Vielschichte Bedienbarkeit (3-fach Shortcuts in verschiedenen Sichtbarkeitsstufen, je nach Kenntnis und Anforderungen an das Programm).
    Kleines aber passioniertes Support- und Entwicklerteam bei Columbus Soft.
    An einigen Stellen, wo es sinnvoll ist (z.B. bei Lyrics) hat PriMus eine Kollisionserkennung, die Standard-Positionen von Sonderzeichen taugen in den meisten Fällen ohne weitere Bearbeitung.

Schwächen:
    Kleinere funktionale Lücken, die noch geschlossen werden müssen (z.B. hinsichtlich reiner Tastaturbedienung).
    Klangwiedergabe über MIDI ohne Softsynth oder Samples.
    insgesamt bislang kaum Multimediaanbindung à la Rewire, VST oder Videoimport.
    bislang für Mac OX nur CrossOver-Portierung erhältlich, d.h. unter Windows läuft PriMus deutlich besser (Für mich kein Problem, da ich Win hab, aber bei einigen hier im Forum sieht das anders aus denke ich) .

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