Vorzeichen im Fließtext

Tipps und Fragen zur Layoutierung von Partituren, zum Drucken und zur Erstellung von Stimmenmaterial
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haewelmann
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Vorzeichen im Fließtext

Beitrag von haewelmann » So Apr 29, 2012 8:20 pm

Eigentlich kein Finale Thema. Vielleicht kennt es trotzdem jemand (und hat vielleicht sogar eine Lösung gefunden):
Wenn ich im Fließtext (mit einem Textprogramm, nicht mit Finale) musikalische b- oder #-Vorzeichen aus einem Musik-Zeichensatz verwende, stimmt bei den Zeilen, die Vorzeichen enthalten, der Zeilenabstand nicht.
Zur Erläuterung: ich schreibe immer wieder mal nur Akkordfolgen auf:
| Bb | Eb | F | Bb |
Die Akkordbuchstaben nehme ich aus einem normalen Zeichensatz wie Arial, Times o.ä. Für die b-Vorzeichen hätte ich gerne "musikalische", spitze bs. Zeilen mit bs haben dann einen deutlich größeren Zeilenabstand als Zeilen ohne bs. Ich habe eine ganze Reihe von Musikzeichensätzen ausprobiert, der Effekt ist zwar unterschiedlich stark ausgeprägt, aber bei allen vorhanden. Es sieht so aus als wäre über und unter dem eigentlichen b-Zeichen noch ein deutlicher Leerraum

Spielmann
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Beitrag von Spielmann » So Apr 29, 2012 9:15 pm

Die Erfahrung hab ich auch schon gemacht, das liegt wohl an den Musikzeichensätzen.
Textverarbeitung läuft bei mir meist über Word, da tritt das Problem auf, wenn unter "Format / Absatz / Einzüge und Abstände" (Dieser "Pfad" unterscheidet sich von Version zu Version etwas) z.B. "einfach" oder "mehrfach" eingestellt ist. Wenn man hier "genau" (mit einem sinnvollen Wert, bei 11er Schrift z.B. 13 oder 14 für "normale" Texte oder ... je nach Geschmack) eingibt, sind wieder alle Zeilen gleich hoch.
Da die Vorzeichen außerdem recht weit unten hängen, scheint es mir sinnvoll, die Vorzeichen einzeln höherzustellen: Nicht einfach "Schriftart / Schriftart / Hochgestellt" sondern unter "Schriftart / Zeichenabstand / Position-Höherstellen" einen Wert von etwa 5pt oder 6pt - wieder je nach Geschmack - eingeben.
Ähnliche Möglichkeiten des "optisch-typographischen Feintunings" sollte es auch bei anderen Textverarbeitungsprogramman geben.
Meine genannten Werte hab ich gerade schnell mit Arial und Petrucci sowie Engraver ausprobiert, mit anderen Fonts solle das aber ähnlich funktionieren.
Grüße, Martin
Finale seit Version 3.7 dt (3/1997), derzeit 25.5 unter Windows 7

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cimbria
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Beitrag von cimbria » Mo Apr 30, 2012 10:13 am

Lieber Haewelmann,

für den von Dir beschriebenen Sachverhalt benutze ich die Fonts Bach, Musicological Font oder Opus Text. Die sind extra für den Gebrauch mit anderen Textfonts gemacht.

Viele Grüße
Cosimo
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Ingo
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Beitrag von Ingo » Mo Apr 30, 2012 3:06 pm

Der unerwünschte Zeilenversatz läßt sich außer mit den von cimbria genannten auch mit HelsinkiText, MaestroTimes, MusTimesNew, TimesMusicalRoman vermeiden.
Man kann nicht mit jedem Lied jeden ansprechen:
Der eine find’s gut, der andre muß brechen.
Ulrich Roski

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haewelmann
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Beitrag von haewelmann » Mo Apr 30, 2012 6:25 pm

Ganz herzlichen Dank für die hilfreichen und kompetenten Tips.

marconoia
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Beitrag von marconoia » Do Jul 09, 2015 3:08 pm

Liebe Forum-Teilnehmer,

3 Jahre später, und nach Tagelangem herumsuchen: die Lösungen von cimbria und Ingo funktionieren bei mir leider nicht.
Das einzige was funktioniert ist der MS Mincho-Font, aber der ist etwas mickrig und der Breite nach nicht gleichmässig, deshalb für mich nur provisorisch brauchbar.
Benutze Mac Yosemite und Pages, und füge eine rtf-Datei hinzu.

Freundliche Grüsse und Danke im voraus für jedes Hilfsangebot!
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Beispiel Vorzeichen.rtf
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marconoia
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Beitrag von marconoia » Do Jul 09, 2015 5:52 pm

Entschuldigung Leute!
Am Ende war der Tip von Martin "Spielmann" ausschlaggebend, danke dafür!

Für Pages-Nutzer:
Absätze auswählen, Informationsfenster "Format" / Stil / Abstand - "Genau"

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jmsuijkerbuijk
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Beitrag von jmsuijkerbuijk » Fr Jul 10, 2015 10:42 am

Dafür braucht mann doch gar nicht erst einen anderen Zeichensatz zu verwenden?
Im "Character Viewer" (ich benutze ein Englisches System) gibt es den Abschnitt "Musical Symbols", wo die meist elementare Symbolen vorhanden sind.
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Screen Shot 2015-07-10 at 10.39.51.png

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Ingo
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Beitrag von Ingo » So Jul 26, 2015 5:39 pm

Also ganz so einfach ist es nun auch wieder nicht: Die Zeichenübersicht zeigt lediglich, welche Zeichen es generell gibt, die aber deshalb noch lange nicht in allen Zeichensätzen vorkommen. Daß für Notensatz die wenigsten zu gebrauchen sind, sieht man schon am Kreuz auf dem Bildschirmfoto.
Zur Übersicht empfiehlt sich ein Programm wie PopChar, FontBook oder FontExplorer X.
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Man kann nicht mit jedem Lied jeden ansprechen:
Der eine find’s gut, der andre muß brechen.
Ulrich Roski

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