Nachfolger von Finale?
Re: Nachfolger von Finale?
Liebe Kolleg:innen, nachdem ich mich länger mit Dorico beschäftigt hatte und eher wenig Erfolg verbuchen konnte, habe ich mir gestern Sibelius - als Crossgrade nach Finale - zugelegt. Und meine Entscheidung steht fest: Als Nachfolger von Finale werde ich mich fuer Sibelius entscheiden! Ich habe nun ein paar Stunden damit gearbeitet und konnte bereits sehr ansehnliche Ergebnisse erzielen. Mit Dorico ist mir das nicht gelungen, Sibelius ist definitiv klarer und intuitiver aufgebaut als Dorico, und ist (bisher) eigentlich in der Lage, alles, was ich in Finale gemacht habe, umzusetzen. Noch dazu kann man es ein wenig an die Arbeitsschritte und Denkweisen von Finale anpassen. Vieles geht nun auch mit wesentlich weniger Aufwand und man muss nicht ständig am Layout basteln, ein Großteil ist bereits durch die Voreinstellungen und das magnetische Layout sehr passend. Lediglich Partituren mit graphischen Elementen habe ich noch nicht probiert, aber das kommt noch. Und nicht zuletzt ist Sibelius von vielen professionellen Verlagen schon lange anerkannt. Welchen Nachfolger von Finale habt denn Ihr nun gewählt?
Windows 10, Finale 27.4 (hin und wieder: Finale 2014.5). Seit kurzem: Dorico Pro 5.
- stefan schickhaus
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Re: Nachfolger von Finale?
Auch ich musste bei manchen Projekten auf Sibelius umsteigen, sehe aber ausschließlich Nachteile bei diesem Programm:
– Man kann beim Verschieben von Akkoladen und Systemen nicht mit festen Werten arbeiten
– Man kann keine Bögen von Noten aus Ebene 1 zu Noten aus Ebene 2 ziehen
– "dim. _ _ _" kann nicht so eingestellt werden, dass beim Zeilenumbruch automatisch ein "(dim.)" gesetzt wird
– Das Eingeben nach Notennamen wird zum Ratespiel, wenn es um alte Schlüssel (Diskantschlüssel etc.) geht.
– Man hat nur vier Rastralgrößen pro Datei zur Verfügung (immerhin schon vier, muss man sagen, war früher noch weniger)
– Bögen bei Zeilenumbrüchen sitzen grundsätzlich hässlich
- Eine cresc.-Gabel, die nicht am Taktanfang sitzt, exakt von einem Takt zu einem anderen kopieren geht nur bei identischer rhythmischer Struktur
- Das magnetische Layout stößt schnell an seine Grenzen, wenn das Notenbild dicht wird
- Man kann nicht einfach mal einen Taktstrich verschieben, um beispielsweise eine Kollision dim.-Geltungsstrich/Taktstrich zu vermeiden. Ich glaube, das stört mich sogar am meisten.
Liste ließe sich fortsetzen …
– Man kann beim Verschieben von Akkoladen und Systemen nicht mit festen Werten arbeiten
– Man kann keine Bögen von Noten aus Ebene 1 zu Noten aus Ebene 2 ziehen
– "dim. _ _ _" kann nicht so eingestellt werden, dass beim Zeilenumbruch automatisch ein "(dim.)" gesetzt wird
– Das Eingeben nach Notennamen wird zum Ratespiel, wenn es um alte Schlüssel (Diskantschlüssel etc.) geht.
– Man hat nur vier Rastralgrößen pro Datei zur Verfügung (immerhin schon vier, muss man sagen, war früher noch weniger)
– Bögen bei Zeilenumbrüchen sitzen grundsätzlich hässlich
- Eine cresc.-Gabel, die nicht am Taktanfang sitzt, exakt von einem Takt zu einem anderen kopieren geht nur bei identischer rhythmischer Struktur
- Das magnetische Layout stößt schnell an seine Grenzen, wenn das Notenbild dicht wird
- Man kann nicht einfach mal einen Taktstrich verschieben, um beispielsweise eine Kollision dim.-Geltungsstrich/Taktstrich zu vermeiden. Ich glaube, das stört mich sogar am meisten.
Liste ließe sich fortsetzen …
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Re: Nachfolger von Finale?
Man kann die Linie so definieren. Das „(dim.)“ muss vorher als Symbol zusammengesetzt werden.stefan schickhaus hat geschrieben: ↑Fr Jun 05, 2026 1:10 pm – "dim. _ _ _" kann nicht so eingestellt werden, dass beim Zeilenumbruch automatisch ein "(dim.)" gesetzt wird
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SwinginPhone
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Re: Nachfolger von Finale?
Das geht bei mir problemlos. Aber vielleicht verstehe ich Dich auch falsch.stefan schickhaus hat geschrieben: ↑Fr Jun 05, 2026 1:10 pm - Man kann nicht einfach mal einen Taktstrich verschieben, um beispielsweise eine Kollision dim.-Geltungsstrich/Taktstrich zu vermeiden. Ich glaube, das stört mich sogar am meisten.
- stefan schickhaus
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Re: Nachfolger von Finale?
Ja, diesen Life Hack habe ich bereits erfahren und auch erfolgreich ausprobiert. Ist aber ein arges Gefrickel, bis das als Symbol passt.SwinginPhone hat geschrieben: ↑Fr Jun 05, 2026 2:10 pmMan kann die Linie so definieren. Das „(dim.)“ muss vorher als Symbol zusammengesetzt werden.stefan schickhaus hat geschrieben: ↑Fr Jun 05, 2026 1:10 pm – "dim. _ _ _" kann nicht so eingestellt werden, dass beim Zeilenumbruch automatisch ein "(dim.)" gesetzt wird
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Re: Nachfolger von Finale?
Ich kann zwar mit eine Tastenkombi einen Takt vergrößern/vertkleinern, was dann auch die Taktstriche verschiebt. Aber damit werden alle anderen Takte auch (leicht) verändert. Oder kann man wie in Finale einen Taktstrich so verschieben, dass wirklich nur der eine Takt größer und der andere kleiner wird?SwinginPhone hat geschrieben: ↑Fr Jun 05, 2026 2:11 pmDas geht bei mir problemlos. Aber vielleicht verstehe ich Dich auch falsch.stefan schickhaus hat geschrieben: ↑Fr Jun 05, 2026 1:10 pm - Man kann nicht einfach mal einen Taktstrich verschieben, um beispielsweise eine Kollision dim.-Geltungsstrich/Taktstrich zu vermeiden. Ich glaube, das stört mich sogar am meisten.
Was noch auf die Liste gehört: Subakkoladenklammern (die dünnen, eckigen) sitzen direkt am linken Taktstrich, was doof aussieht, und es lassen sich nicht mehrere dieser Klammern stapeln, was man bei vielfach geteilten Streichern immer mal wieder braucht. Da muss man doch wirklich die Klammern von Hand basteln und platzieren, für jeden Notensystemabstand individuell.
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Re: Nachfolger von Finale?
Nicht, dass ich wüsste ...stefan schickhaus hat geschrieben: ↑Fr Jun 05, 2026 3:30 pm Oder kann man wie in Finale einen Taktstrich so verschieben, dass wirklich nur der eine Takt größer und der andere kleiner wird?
Für solche Sachen ist in der Tat Sibelius nicht konzipiert worden. Ich bin momentan fast nur im traditionellen Musiktheater unterwegs und da hilft es sehr, wenn ich z. B. über zwei Takte im gesamten Orchester eine Crescendo-Gabel setze und die steht dann nur bei denen, die auch etwas zu spielen haben.
Ligeti oder Stockhausen würde ich damit auch nicht setzen wollen. Da ist aber auch Dorico nicht die rechte Wahl oder geht das damit besser?
Viele Grüße
Henning (SwinginPhone, WildesHolz)
- stefan schickhaus
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Re: Nachfolger von Finale?
Ich setze viel extrem dichte Spätromantik, da geht es um Millimeter-Bruchteile – und da zeigt sich Finale eben um ein Vielfaches flexibler. Auch was die Systemvorsätze angeht (dank der herrlich flexiblen der Notensystemtile): In Sibelius muss man da händisch mit weiß hinterlegten Textelementen arbeiten, weil die Wechselinstrumente-Funktion zu kompliziert und starr ist. Ein echter Rückschritt in allen Belangen. Oder die individuelle Handhabung von Zweit- und Drittbalken-Unterbrechungen, auch das ein Sibelius-Schwachpunkt. Oder die Wechselschlüssel am Ende eine Taktes: Da die letzte Note näher an diesen Wechselschlüssel heranzurücken, weil die Lücke sonst viel zur groß ist, ist einfach nicht vorgesehen. Manches geht mit Tricks – aber wenn man ein Programm ständig austricksen muss, um ein vernünftigen Notenbild hinzubekommen, macht das ja wirklich keinen Spaß.
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