Behind Bars -- neues Buch zum Thema Notensatz

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Martin Gieseking
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Behind Bars -- neues Buch zum Thema Notensatz

Beitrag von Martin Gieseking » Sa Feb 26, 2011 4:49 pm

Hallo zusammen,

evtl. interessiert es den ein oder anderen von euch, dass vor ein paar Wochen das Buch Behind Bars -- The Definitve Guide to Music Notation von Elaine Gould erschienen ist. Es umfasst knapp 680 Seiten und greift zahlreiche Aspekte des professionellen Notensatzes auf, die detailliert beschrieben und mit vielen Notenbeispielen veranschaulicht werden. Ich habe es zwar bisher erst grob überflogen, die Anschaffung scheint sich aber zu lohnen. Da die Autorin "Senior New Music Editor" bei Faber Music ist, bilden die dort einschlägigen Hausregeln die Grundlage für alle Erläuterungen zum korrekten Notensatz. Die ein oder anderen Regeln dürften also diskutabel sein. Alles in allem hinterlässt das Buch bisher aber einen positiven Eindruck.
Die Notenbeispiele wurden mit Sibelius erstellt. :)

Leider ist das Buch relativ teuer (82 € bei amazon.de), bei Bestellung über einen Amazon-Marketplace-Händler kann man es aber deutlich günstiger bekommen. Ich habe für die Bestellung bei einem Händler auf amazon.co.uk ca. 50 € inkl. Versand bezahlt.

Grüße
Martin
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Edition Peters
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Beitrag von Edition Peters » Mi Feb 20, 2013 1:44 pm

Im Gemeinschaftsverlag von Edition Peters und Faber Music wird Behind Bars im Frühjahr 2014 übrigens auch auf Deutsch erscheinen, unter dem Titel Hals über Kopf. Das als Hinweis für alle, die nach einem Standardwerk auch in deutscher Sprache suchen!

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stefan schickhaus
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Beitrag von stefan schickhaus » Mi Feb 20, 2013 2:12 pm

Edition Peters hat geschrieben:übrigens auch auf Deutsch erscheinen, unter dem Titel Hals über Kopf.
"Hals über Kopf"?!?! Da hat ja jemand wirklich Humor bewiesen! Eine viel zu selten nach außen gekehrte Tugend im Verlagsalltag. :P
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Robert_64
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Produkt-PDF und Subskriptions

Beitrag von Robert_64 » Sa Okt 05, 2013 8:54 pm


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cimbria
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Beitrag von cimbria » Sa Okt 05, 2013 10:16 pm

Lieber Martin,

meinst Du denn, es lohnt sich, das Buch anzuschaffen? Ich meine, Du hast es bereits gelesen, oder? Kannst Du es empfehlen?

Liebe Grüße
Cosimo
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Martin Gieseking
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Beitrag von Martin Gieseking » Mo Okt 07, 2013 12:05 pm

Hallo Cosimo,

für mich hat sich die Anschaffung auf jeden Fall gelohnt, auch wenn viele Aspekte schon in älteren Büchern behandelt werden. Da es sich um das erste umfassendere Buch zum Notensatz seit den 1980er Jahren handelt, eine große Bandbreite satztechnischer Themen behandelt und auch "modernere" Notationsformen aufgreift, ist es eine gute Ergänzung zu den älteren Titeln. Teilweise geht Elaine Gould nicht so sehr ins Detail wie Helene Wanske oder Ted Ross, der Sinn der beschriebenen Vorgehensweisen wird aber immer deutlich. Gould beschränkt sich auf die Hausregeln von Faber Music und stellt nur selten alternative Notationsweisen vor -- was ich aber nicht als großen Nachteil empfinde.
Das Buch hat ein schönes Layout mit zahlreichen Notenbeispielen. Es macht Spaß darin zu blättern. Das einzige, was mir optisch nicht so gut gefällt, sind die etwas ungelenk wirkenden Legatobögen. :D Das liegt aber wohl an Sibelius, das erst mit der letzten Version Verbesserungen im Bereich Bogenform und -platzierung erhalten hat.

Da das Buch ziemlich teuer ist und auch die deutsche Ausgabe wohl um die 90€ kosten wird, sollte man es vor der Anschaffung evtl. erst mal im Laden durchblättern und dann entscheiden, ob sich der Kauf lohnt.

Viele Grüße
Martin
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cimbria
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Beitrag von cimbria » Mo Okt 07, 2013 1:19 pm

Lieber Martin,

vielen Dank für diese umfangreiche Antwort. Das klingt alles sehr spannend. Ich versuche ja nun schon seit einiger Zeit, antiquarisch an das Buch von Frau Wanske heranzukommen, welches hier in diesem Forum immer wieder gelobt wird, allerdings habe ich damit bisher kein Glück gehabt. Für einen heißen Tip, wo es zu bekommen ist, bin ich sehr dankbar.
Möglicherweise ist es tatsächlich ganz gut, das Subskriptionsangebot von Peters wahrzunehmen, auch wenn mir das Buch aufgrund des deutschen Titels zunächst etwas suspekt vorkam. Wie kann man nur, wie kann man nur … "Hals über Kopf" … Lieber Peters Verlag (der ja hier anscheinend auch mitliest), mit diesem Titel haben Sie einen ganz herzhaften Griff ins Wasserklosett getan! (Der englische Titel ist zwar auch nicht sehr prickelnd, aber immerhin ist englisch nicht meine Muttersprache).

Nochmals vielen Dank, Martin
Liebe Grüße
Cosimo
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Martin Gieseking
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Beitrag von Martin Gieseking » Mo Okt 07, 2013 1:38 pm

Hallo Cosimo,
cimbria hat geschrieben:Ich versuche ja nun schon seit einiger Zeit, antiquarisch an das Buch von Frau Wanske heranzukommen, welches hier in diesem Forum immer wieder gelobt wird, allerdings habe ich damit bisher kein Glück gehabt. Für einen heißen Tip, wo es zu bekommen ist, bin ich sehr dankbar.
Bei der Suche nach antiquarischen Büchern ist ZVAB meist eine gute Hilfe. Das Wanske-Buch ist dort auch gelistet:
http://www.zvab.com/basicSearch.do?anyW ... heck_sn=on
Auch wenn der Schreibmaschinensatz des Buchs samt eingeklebter Notenbeispiele aus heutiger Sicht eine Zumutung ist, enthält -- zumindest der erste Teil -- nach wie vor wertvolle Informationen. Ggf. kannst Du dir den interessanten Teil des Buchs auch in einer Bibliothek kopieren.
Wie kann man nur, wie kann man nur … "Hals über Kopf" …
Wahrscheinlich hat Peters einen vergleichbar doppeldeutigen Titel für die deutsche Ausgabe gesucht. So schlecht finde ich die Wahl gar nicht -- "Behind Bars" trifft den Blick hinter die Kulissen des Notensatzes aber natürlich viel besser.
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cimbria
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Beitrag von cimbria » Di Okt 08, 2013 4:42 am

Lieber Martin,

vielen Dank aufs Neue. Ich kaufe zwar regelmäßig über ZVAB aber als ich die letzten Male geschaut habe, war das Buch dort nicht gelistet. Jetzt habe ich es bestellt und bin gespannt, was mich erwartet.

Viele Grüße
Cosimo
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Robert_64
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Erfahrung mit Hals über Kopf?

Beitrag von Robert_64 » So Nov 15, 2015 1:12 pm

Das Buch Hals über Kopf ist nun seit einigen Monaten am Markt.
Hat hier jemand dieses Buch und seine Eindrücke von diesem?

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Ingo
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Hals über Kopf

Beitrag von Ingo » Do Nov 19, 2015 7:07 am

Ich habe das Buch in einer Musikalienhandlung durchgeblättert und der Rezension in der Neuen Musikzeitung
http://www.nmz.de/artikel/vom-lesbaren- ... rtiturbild
nichts hinzuzufügen: für mich das beste und umfangreichste Nachschlagewerk zu diesem Thema, als gut gestaltetes und ordentlich gebundenes Buch seinen Preis von 89 € durchaus wert.
Im übrigen finde ich den deutschen Titel im Unterschied zum englischen Original ›Hinter schwedischen Gardinen‹ sehr gelungen und originell: Die deutsche Ausgabe wurde nicht einfach übersetzt, sondern berücksichtigt die Traditionen des deutschen Notensatzes.
Auch wenn ich ein solches Handbuch eigentlich nicht mehr brauche, werde ich es kaufen, sobald mein Portemonnaie damit einverstanden ist oder es antiquarisch erhältlich ist. Jedem Notenknecht, der Unsicherheiten zu Orthographie und Ästhetik des Notenstichs hat, möchte ich es uneingeschränkt empfehlen.
Man kann nicht mit jedem Lied jeden ansprechen:
Der eine find’s gut, der andre muß brechen.
Ulrich Roski

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Estigy
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Beitrag von Estigy » Fr Nov 20, 2015 9:55 am

Ja, dem kann ich voll zustimmen.
Das Buch liest sich sehr flüssig, ist mit sehr vielen Positiv- und Negativbeispielen illustriert und enthält auch viele Querverweise unter den Kapiteln.
Ich hab's auch schon durch. (Ok, das Kapitel über elektronische Musik hab ich übersprungen :wink: )
Finale 25.1 deutsch auf Windows10@64bit

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