Dorico

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stefan schickhaus
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Beitrag von stefan schickhaus » Mo Jun 19, 2017 4:17 pm

Estigy hat geschrieben:… Einen "Mach einfach so, wie ich will"-Modus wird Dorico wohl noch länger nicht haben ;-)
Das ist eine sehr treffende Formulierung. Noch ein "Ich weiß es aber besser"-Programm braucht der Markt jedenfalls nicht. :wink:
Finale 25 auf MacOS 10.13.4, iMac 27''

Estigy
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Beitrag von Estigy » Di Jun 20, 2017 9:29 am

Das ist meiner Meinung nach eine Frage der Zielgruppe oder des jeweiligen Auftrags.

Wenn man eher in "normaler" Musik daheim ist (lies: Standard-Notation, verbreitete Besetzung, gebräuchliche Harmonien, ... ihr versteht mich schon :wink: ), dann kann einem der "Ich verstehe, was du willst"-Ansatz von Dorico sicher etwas Arbeit abnehmen. Eine vernünftige Umsetzung natürlich vorausgesetzt.

Wenn man allerdings eh schon nicht sicher ist, ob nicht ein Grafikprogramm besser wäre als ein Notenprogramm, weil der Kundenwunsch etwas fern des Üblichen ist, dann ist Dorico (derzeit) sicher noch unbrauchbar. Oder wenn der Kunde partout Dinge anders notiert haben will, als es überall anders gebräuchlich ist.
Finale 25.1 deutsch auf Windows10@64bit

SwinginPhone
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Beitrag von SwinginPhone » Di Jun 20, 2017 9:43 pm

Aber dreizeilige Klaviersysteme sind ja nun nicht so ungewöhnlich. Und Schlagwerk brauche ich auch in den unterschiedlichsten Werken aus diversen Epochen.
Hat sich der Instrumentenwechsel (Horn E auf Horn in F, Oboe auf Englischhorn etc.) mittlerweile vereinfacht?

Burkhard
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Beitrag von Burkhard » Mi Jun 28, 2017 4:31 pm

Dorico 1.1 ist da mit vielen neuen Funktionen. Steinberg schafft mehr in einem halben Jahr als die Programmierer von Finale oder Sibelius in 5 Jahren.
Finale 2014.5
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SwinginPhone
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Beitrag von SwinginPhone » Mi Jun 28, 2017 5:35 pm

Naja... Es ist ja auch ein Unterschied, ob ich an einem Rohbau ein Fenster einsetze oder an einem funktionierenden Gebäude das Garagentor automatisiere...

Estigy
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Beitrag von Estigy » Do Jun 29, 2017 12:19 pm

Was mich im Dorico-Forum so wundert: Sobald jemand kritisiert, dass die Software noch immer einige für viele Personen wichtige Features missen lässt, bekommt er im Forum eine am Deckel. Man hätte ja einfach nur lesen müssen, im Dorico-Blog sei das alles gut beschrieben, Dorico sei ja noch ganz am Anfang, man müsse einfach warten.

Wie das mit dem proklamierten "Gold-Standard" zusammenpassen soll, ist mir aber schleierhaft.
Ich bin selbst in der Software-Branche tätig, und von da her ist mir völlig klar, dass so ein Mega-Ding wie Notenschrift mit allem Drum und Dran nicht von Tag 1 an fertig - und schon gar nicht fehlerfrei - sein kann. Aber wenn jemand jetzt eine neue Textverarbeitung wie Word herausbringen würde und schon vor dem ersten Release als "Gold-Standard" anpreist, und dann kann man zwar gut Texte schreiben, und die sehen wirklich hübsch aus, aber die Software enthält keine Tabellen, keine Aufzählungszeichen, keine Tabulatoren und kann vielleicht noch nicht mal ausgedruckt werden... Da würden die meisten doch wohl auch laut auflachen.

Für mich ist Doricon mangels brauchbarer Schlagzeug-Notation leider noch immer unbrauchbar. Vermutlich dauert das aber jetzt wieder ein halbes Jahr oder so.
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lotharochmann
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Beitrag von lotharochmann » Do Jun 29, 2017 10:21 pm

@Burkhard
Steinberg schafft mehr in einem halben Jahr als die Programmierer von Finale oder Sibelius in 5 Jahren.
Steinberg gehört zu Yamaha, und was da für Kohle für die Programmierer locker gemacht wurde und wird, kann man sich denken. :D
"Seit Januar 2005 gehört Steinberg der Yamaha Gruppe an, dem weltweit führenden Hersteller von Musikinstrumenten und ProAudio Equipment" 8)
Lothar

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Ingo
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Beitrag von Ingo » Do Sep 14, 2017 11:28 pm

Ich habe mir heute eine Dorico-Vorstellung angesehen und muß sagen, daß mich etliche Möglichkeiten, die weder Finale noch Sibelius bieten, ziemlich überzeugt haben.
An den destruktiven ideologischen Diskussionen möchte ich mich nicht beteiligen, aber Dorico ist inzwischen zweifellos ein ernsthafter Konkurrent für die Etablierten: Ich jedenfalls bin froh, jetzt 3 professionelle Notensatzprogramme zur Auswahl zu haben und weiß schon, für welche Aufgaben Dorico die erste Wahl ist.
Man kann nicht mit jedem Lied jeden ansprechen:
Der eine find’t’s gut, der andre muß brechen.
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Burkhard
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Beitrag von Burkhard » Sa Sep 16, 2017 2:58 am

Ingo hat geschrieben:Ich habe mir heute eine Dorico-Vorstellung angesehen und muß sagen, daß mich etliche Möglichkeiten, die weder Finale noch Sibelius bieten, ziemlich überzeugt haben.
An den destruktiven ideologischen Diskussionen möchte ich mich nicht beteiligen, aber Dorico ist inzwischen zweifellos ein ernsthafter Konkurrent für die Etablierten: Ich jedenfalls bin froh, jetzt 3 professionelle Notensatzprogramme zur Auswahl zu haben und weiß schon, für welche Aufgaben Dorico die erste Wahl ist.
Ich habe inzwischen Sibelius von meinem Computer gelöscht. Finale bleibt sicher noch recht lange (auch um alte Projekte zu öffnen). Aber wenn ich wählen kann, werde ich in Zukunft immer Dorico verwenden.
Vor ein paar Tagen habe ich bei einem mittelgroßen Verlag angerufen, der vor allem zeitgenössische Musik herausgibt. Dort war die Existenz von Dorico noch völlig unbekannt (dieser Verlag arbeitet mit Finale). Nach einem recht langen Gespräch, in dem ich die Vorzüge von Dorico gepriesen habe, wurde ich gefragt, doch ein paar Arbeitsproben zu schicken. Wahrscheinlich habe ich nun einen neuen Auftraggeber.
Eben kommt ein Mail von Klemm: Finale Print Music, Finale Allegro, Finale Guitar werden nicht weiter entwickelt, man wird sich auf die Weiterentwicklung vom "Flaggschiff" Finale konzentrieren.
Es bleibt spannend, meiner Ansicht nach ist Sibelius so gut wie tot, Finale kommt vielleicht mit einem blauen Auge davon, wenn es gelingt in der nächsten Zeit substantielle Verbesserungen zu liefern.
Zuletzt geändert von Burkhard am Sa Sep 16, 2017 3:01 am, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitrag von Burkhard » Sa Sep 16, 2017 3:00 am

Estigy hat geschrieben:
Für mich ist Doricon mangels brauchbarer Schlagzeug-Notation leider noch immer unbrauchbar. Vermutlich dauert das aber jetzt wieder ein halbes Jahr oder so.
Im Laufe des Herbstes wird die Schlagzeug-Notation kommen.
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Beitrag von SwinginPhone » Sa Sep 16, 2017 3:08 am

Burkhard hat geschrieben:[...] meiner Ansicht nach ist Sibelius so gut wie tot, [...].
Warum? Die letzten Updates (automatische Glissando-Linien etc.) waren ziemlich arbeitserleichternd.

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Ingo
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Beitrag von Ingo » Sa Sep 16, 2017 5:14 am

Burkhard hat geschrieben: meiner Ansicht nach ist Sibelius so gut wie tot
Totgesagte leben länger …
Ich wäre vorsichtig mit solchen Voraussagen und würde auch kein Programm wegschmeißen, nur weil ein Verlag, der noch nie etwas von Dorico gehört hat, sich ein paar Arbeitsproben von mir ansehen will – von Notensatz scheinen die ja wenig zu wissen, und auf Absichtserklärungen von Verlagen gebe ich soviel wie auf Wahlversprechen.
Selbst wenn ein Programm nicht mehr weiterentwickelt würde, wäre das für mich noch lange kein hinreichender Grund, es auch nicht mehr zu benützen, wenn es seine Arbeit tut (Auch wenn ich fast nur noch mit Sibelius arbeite, habe ich mir doch jetzt Finale 25 zugelegt.)
Gerade für zeitgenössische Musik bietet Dorico einiges, was die anderen überhaupt nicht können, z.B. unbhängige Metren: Habe mich gerade in Sibelius mit einem Stück herumgeschlagen, daß praktisch gar kein Metrum hatte, und bin schier verzweifelt …
@Burkhard: Was mich aber interessieren würde: Wie lange hast Du gebraucht, Dich in Dorico einzuarbeiten? (Der Präsentierer neulich war nicht so ganz sattelfest …)
Man kann nicht mit jedem Lied jeden ansprechen:
Der eine find’t’s gut, der andre muß brechen.
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Burkhard
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Beitrag von Burkhard » Sa Sep 16, 2017 12:35 pm

Ingo hat geschrieben:
Burkhard hat geschrieben: meiner Ansicht nach ist Sibelius so gut wie tot
Totgesagte leben länger …
Ich wäre vorsichtig mit solchen Voraussagen und würde auch kein Programm wegschmeißen, nur weil ein Verlag, der noch nie etwas von Dorico gehört hat, sich ein paar Arbeitsproben von mir ansehen will – von Notensatz scheinen die ja wenig zu wissen, und auf Absichtserklärungen von Verlagen gebe ich soviel wie auf Wahlversprechen.
Selbst wenn ein Programm nicht mehr weiterentwickelt würde, wäre das für mich noch lange kein hinreichender Grund, es auch nicht mehr zu benützen, wenn es seine Arbeit tut (Auch wenn ich fast nur noch mit Sibelius arbeite, habe ich mir doch jetzt Finale 25 zugelegt.)
Gerade für zeitgenössische Musik bietet Dorico einiges, was die anderen überhaupt nicht können, z.B. unbhängige Metren: Habe mich gerade in Sibelius mit einem Stück herumgeschlagen, daß praktisch gar kein Metrum hatte, und bin schier verzweifelt …
@Burkhard: Was mich aber interessieren würde: Wie lange hast Du gebraucht, Dich in Dorico einzuarbeiten? (Der Präsentierer neulich war nicht so ganz sattelfest …)
Sibelius habe ich weggeschmissen, weil ich keine Lust mehr darauf habe. Da ich Notensatz nur gelegentlich als Nebenjob mache, habe ich alle Freiheiten. Die Erwähnung des Verlages war eigentlich als Hinweis gedacht, dass ein Einarbeiten in Dorico für Notensetzer manche Chance bietet.
Das Einarbeiten in Dorico ging für mich sehr schnell. Nach ein paar Stunden war eigentlich klar, wie ich arbeiten muss und was möglich ist. Das Ausprobieren der Voreinstellungen und die Entscheidung, wie ich diese bei meinen eigenen Kompositionen haben will, hat etwa 1,5 bis 2 Tage gedauert.
Etwas schwer tue ich mich noch bei den Tastaturkommandos (weil ich diese mit denen anderer Programme verwechsle) und mit der Eingabe von Noten über die Tastatur. Bisher habe ich vor allem Music-XML-Dateien weiterverarbeitet. Eine große Hilfe ist das Dorico-Forum von Steinberg. Dort lese ich alles mit.
Finale 2014.5
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Ingo
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Beitrag von Ingo » Sa Sep 16, 2017 3:02 pm

Hallo Burkhard,
das klingt sehr ermutigend – vielen Dank! Die Verwirrung der Tastenkürzel wird natürlich umso größer, je mehr Programme man benützt – ich ertappe mich manchmal sogar dabei, daß ich automatisch welche aus XPress daruntermenge bzw. umgekehrt oder das aus leidvoller Erfahrung mit Finale angewöhnte ständige Apfel-s im falschen Modus mit Sibelius einfüge … Ist beinahe so, als würde man abwechselnd in Ländern mit Rechts- und Linksverkehr fahren, nur nicht so gefährlich.
Man kann nicht mit jedem Lied jeden ansprechen:
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Beitrag von Burkhard » Sa Sep 16, 2017 3:49 pm

Ich habe mehr als ein dutzend mal Daniel Spreadbury persönlich angemailt, wenn ich Probleme hatte und meine Fragen nicht öffentlich stellen wollte (weil ich durch die notwendigen Notationsbeispiele meine Anonymität aufgegeben hätte). Ich habe meist innerhalb weniger Stunden Antwort bekommen, egal ob es um einen Bug ging, Missverständnisse oder einfach Schusseligkeit meinerseits beim Verstehen von bestimmten Funktionen. Von mir gemeldete Bugs wurden immer im nächsten Update korrigiert. Schon vorher wurden innerhalb kürzester Zeit meine Vorschläge (insgesamt etwa 30) für SMUFL aufgenommen, gelegentlich mit Nachfragen zu den Quellen.
Ich habe so etwas noch nie erlebt. Nobelpreiswürdig in Bezug auf Kundenfreundlichkeit und Reaktionsgeschwindigkeit.

Seit Version 1.1 ist Dorico bei mir sehr stabil (ganz selten ein Crash).
Was ich am meisten vermisse ist eine ausführliche Anleitung, aber die ist für den Herbst angekündigt. Was ich nicht könnte, ist innerhalb Dorico zu komponieren (kann ich aber mit Logic oder Cubase); ansteuern von Vienna Instruments und anderen großen Libraries scheint auch noch nicht besonders gut zu funktionieren. Aber das ist für mich nicht so wichtig.
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