Zusammengesetzte Taktarten erstellen

Schwierige oder kniffelige Probleme, Feinheiten des Notensatzes etc.
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paul85
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Zusammengesetzte Taktarten erstellen

Beitrag von paul85 »

Hallo,

ich möchte gerne eine etwas ungewöhnlichere Taktart erstellen, und zwar 1/4+1/12 (das ist ein Takt aus einem Viertel mit einem hinzugefügten Triolenachtel).
Bisher habe ich mit dem Vortragsbezeichnung-Editor einzelne Ziffern erstellt und dann mühevoll in Handarbeit zusammengesetzt. Würde diese Taktangabe aber gerne als komplette Vortragsbezeichnung erstellen.

Das funktioniert aber leider nicht: als Taktangaben-Font habe ich Arial 20 eingegeben. Wenn ich die Vortragsbezeichnung im Text-Editor erstelle, habe ich keine Möglichkeit, den Abstand der Ziffern zu korrigieren, und im Zeichen-Editor bekomme ich nur Times New Roman als Font.

Hat jemand eine Idee?

Vielen Dank!

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Ingo
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Beitrag von Ingo »

Tolle Idee. Warum nicht gleich ein völlig neues Musik- und Notationssystem erfinden, etwa mit 23 Notenlinien und Siebzehnteltönen?
Einzig sinnvolle Lösung wäre, dieses absurde Metrum als 4/8-Takt mit 3+1/8-Teilung zu notieren und aus den Vierteln 3/8-Noten zu machen.
Man kann nicht mit jedem Lied jeden ansprechen:
Der eine find’s gut, der andre muß brechen.

Ulrich Roski

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paul85
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Beitrag von paul85 »

... was an diesem Metrum 2014 noch absurd sein soll, gehört vermutlich in einen anderen Thread. Klar, zum Marschieren ist das nicht so geeignet, und darum vielleicht etwas undeutsch, aber es ist ein ziemlich simples Metrum, das jeder Mittelstufenschüler versteht.

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Ingo
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Beitrag von Ingo »

Hallo paul85, Dein Einwand ist wie Dein Problem gar nicht so undumm: Ganz abgesehen davon, daß viele heutige Mittelstufenschüler die Bruchrechnung nicht beherrschen, geschweige denn, kompliziertere Metren als 1/4 begreifen, habe ich es nicht als nationale oder politische, sondern als musiktheoretische bzw. notationstechnische Frage verstanden. In unserem durchaus sinnvollen und durchdachten Musiksystem ist das Metrum nun mal auf Zweierpotenzen aufgebaut, womit es außer bei N-tolen nun mal keine Zwölftel-, Dreizehntel- oder Vierzehntelnoten gibt, auch wenn sich dies rein mathematisch aus N-tolen errechnen ließe. Auch bei zusammengesetzten Taktarten kann sich die Vorschrift daher nur aus Zweierpotenz-Grundschlägen zusammensetzen, womit für ein Notensatzprogramm nicht der geringste Anlaß besteht, eine solch abartige Notation zuzulassen. Du kannst in Finale natürlich als Taktvorschrift hinschreiben, was Du willst – auch mittels Vortragszeichen, sogar in einer Preßkohlenschrift wie Arial, und dann ein ganz anderes Metrum benutzen. Dem Programm beizubringen, am Taktende nur das Drittel einer Triole zu akzeptieren, sollte ohne Tricks eigentlich nicht möglich sein. Ich kann Dir aber gern beschreiben, wie man Viertel- in Dreiachtel-Grundschläge umrechnet. Der ›störende‹ Wertpunkt ließe sich auch notfalls entfernen. Aber wahrscheinlich ist Dir das zu einfach, weil daraus ein simpler 4/8-Takt wird, der nach Nichts aussieht und Dich auch noch an einen ›deutschen‹ Marsch erinnern wird.
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Ulrich Roski

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paul85
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Beitrag von paul85 »

Ich bin mit der Vor- und Nachteile dieses Systems schon bewusst. In diesem speziellen Fall funktioniert die Version mit dem 4/8-Takt leider musikalisch nicht.
Worauf ich eigentlich nur hinauswollte: würde gerne wissen, wie ich zB zusammengesetzte Taktartangaben am schnellsten einfügen kann, wenn sie eben nicht mit dem normalen Taktart-Modul zu erstellen sind.
Das gleiche würde ja auch für Taktarten gelten, bei denen der Nenner als Notenwert dargestellt ist - ob das nun sinnvoll ist, oder nicht, sei dahingestellt, in manchen Gesangbüchern findet man so etwas hin und wieder (zB 4/2 Takt dargestellt als eine 4 mit einer halben Note darunter). Ich habe das mit der "Malfunktion" von Finale leider noch nicht wirklich überzeugend hinbekommen, weil das Textfeld in dieser Funktion immer automatisch Times New Roman ist.
Grafiken importieren scheitert immer daran, dass diese Grafiken dann nicht transparent sind, und daher nicht in das 5-Linien-System einfügbar sind.

Alfred
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Beitrag von Alfred »

Da fragt sich mein musiktheoretisches Wissen, was ich mir halt nur wegen der sinnvollen musikpraktischen Anwendungen zugelegt habe, wozu eine solche 1/4+1/12 Taktart gut sein soll. Wenn die Taktart noch etwas mit dem Metrum zu tun haben soll, was ja ihr eigentlicher Sinn ist, dann ist das Ergebnis in diesem Fall ein glattes "Hinkebein". Nun gut, die Welt ist in eine Schieflage geraten und alles hinkt.
Damit will ich nicht dem Künstler auch nur irgendeine Ausdrucksmöglichkeit rauben, an den Haaren herbeigezogen erscheint mir aber trotzdem eine solche Taktbezeichnung.
Alfred
Windows 10 pro / 64bit /16 GB RAM / i5-4430 Quad-Core / Finale 2009b/2012c/26.3 / Garritan GPO4 und GPO5 / Vienna Choir / Vienna Voices

paul85
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Beitrag von paul85 »

Da empfehle ich ein gründliches Update des musiktheoretischen Wissens.

http://en.wikipedia.org/wiki/Time_signa ... nal_meters

Natürlich könnte man in diesen Takten einfach das Tempo ändern (quasi 1/8 wird 1 Triolenachtel und umgekehrt) und einfach nur /8-Takte benutzen. Je nach Häufigkeit des Auftretens kann das aber auch viel umständlicher sein.

Alfred
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Beitrag von Alfred »

Allerdings sind Updates wichtig, nicht aber solche, wie sie z.B. MM mit einer neuen Finale-Version meistens für teuer Geld und wenig neuen Features überreicht.
Da sollte halt noch Platz gelassen werden für die eigene Abwägung, wie der Link sehr richtig eingesteht:
"It is arguable whether the use of these signatures makes metric relationships clearer or more obscure to the musician."

Nichts für ungut, ärgere mich halt gerne über Dinge, die sich selber zu ernst nehmen, obwohl es einfachere und verständlichere Möglichkeiten dafür gibt, wenn sie auch künstlerisch nicht so hochtrabend erscheinen.

Alfred
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paul85
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Beitrag von paul85 »

genau, "it is arguable", und in manchen Fällen ist es eben einfacher (sagt der ausführende Interpret).

Ich möchte auch gar nicht, dass Finale irgendein Update erstellt, das irgendjemand kauft. ich brauche nur eine Lösung, diese Dinge zu Papier zu bringen. Schlimm genug, dass manche Komponisten ihren Stil ändern, weil das Notensatzprogramm sie dazu zwingt, da sie Mittel, die handschriftlich einfach zu notieren sind, mit dem Computer plötzlich nicht mehr darstellen können - oder nur über gigantische Umwege. Das kann ja nicht Sinn der Sache sein.

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Tausig
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Beitrag von Tausig »

Wer ist eigentlich zuerst auf die Idee gekommen, diese verquere Art der Notation irrational zu nennen? Irrational wäre eine Taktart, die in Zähler oder Nenner z.B. die Wurzel aus 2 stehen hätte. Solange in der Taktart 1/12, 1/13, 1/17 oder sonst ein gewöhnlicher Bruch steht, ist das zwar lustig, aber höchst rational, wie jeder Mathematiker bestätigen kann. Wenn mit 'irrational' allerdings 'unvernünftig' gemeint sein sollte -- ja, dann stimmt's natürlich wieder.
paul85 hat geschrieben:Ich habe das mit der "Malfunktion" von Finale leider noch nicht wirklich überzeugend hinbekommen, weil das Textfeld in dieser Funktion immer automatisch Times New Roman ist.
Wenn du mit der Malfunktion den Zeichen-Designer meinst, machst du irgendwas falsch. Auch dort kannst du jeden beliebigen Zeichensatz einstellen -- es sei denn, bei deiner Finaleversion gibt's da eine malfunction: http://dict.leo.org/ende/index_de.html# ... wSingle=on
Geteilte Bratsche ist halbes Leid.

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Ingo
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Beitrag von Ingo »

Selbst bei solch abartigem Metrum wären die Grafikfunktionen von Finale ganz unnötig:
Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.
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Ingo
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Beitrag von Ingo »

Da empfehle ich ein gründliches Update des musiktheoretischen Wissens.
Da empfehle ich eine gründliche Löschung dieses nutzlosen, aber trotzdem vollkommen überflüssigen Beitrags. Angesichts einer solch dämlichen Frage ist Arroganz wirklich unangebracht. Wer käme schon auf die Idee, die Wikipedia als Quelle musiktheoretischen Wissens zurate zu ziehen?
Man kann nicht mit jedem Lied jeden ansprechen:
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Ulrich Roski

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lima
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Re: Zusammengesetzte Taktarten erstellen

Beitrag von lima »

@ Ingo: Die Polemik gegenüber einem Phänomen, das man selbst ( aus einem bescheidenen Horizont heraus) nicht kennt, ist völlig fehl am Platz. Denn wenn jemand auf der Suche nach einer Notations-Lösung ist, verbietet es sich, die dahinter liegenden Sachverhalte zu bewerten. Denn um die geht es gar nicht.

Tatsache ist: Taktarten wie 4/6 oder 7/12 sind inzwischen Standard und nicht nur bei Ferneyhough, sondern auch bei anderen "repertoiretauglichen" KomponistInnen der Kunstmusik (z.B. bei Thomas Adès) und sogar in
Jazz-Ensembles zu finden (Man google: "irrationale Taktarten").

Im Gegensatz zu Finale beherrscht Dorico diese Anforderung "aus dem Stand"; bei Finale ist es aufwändig und nur rein graphisch machbar.

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